Sparbemühungen haben sich gelohnt!

Das Social Power Plus Projekt wurde im Mai 2023 für alle Teilnehmenden offiziell abgeschlossen und seitdem wurden die gesammelten Daten aufbereitet und analysiert. Insgesamt haben 172 Haushalte aktiv am Projekt teilgenommen in dem sie die App heruntergeladen und genutzt und an drei Umfragen der Begleitforschung teilgenommen haben. Im Vorfeld (Frühjahr 2021) wurde die App in einem Co-Design Prozess (3 x 3 Workshops) zusammen mit rund 50 Kunden der drei Energieversorgungsunternehmen Stadtwerk Winterthur, EKS und TBW entwickelt. Die Haushalte wurden ermuntert die App drei Monate (Februar – April 2022) intensiv zu nutzen. Dabei konnten sie ihren Energieverbrauch aufgeteilt in Heizenergie und Nicht-Heizenergie beobachten, wurden alle zwei Wochen zu neue Energiespar-Challenges eingeladen, bekamen wöchentliche Push-Nachrichten zu Ihren Energiesparzielen und konnten Pinnwand-Beiträge erstellen und lesen. Nach dieser intensiven Phase mit vielfältigen Informationen rund ums Thema Energiesparen, liefert die App bis Mai 2023 nur noch das persönliche Energies-Verbrauchsfeedback.

(Quelle:  Centre for Ageing Better auf unsplash.com)

Um den Effekt der App auf den tatsächlichen Energieverbrauch zu analysieren haben wir:

  • den Co-Design Prozess reflektiert (und in einem wissenschaftlichen Artikel beschrieben)
  • die drei Umfragen bei den Teilnehmenden ausgewertet
  • die App-Nutzung und die Pinnwand-Beiträge analysiert
  • die Veränderungen der Energieverbräuche der Teilnehmenden mit einer entsprechenden Kontrollgruppe verglichen

Alle diese Analysen basieren auf anonymisierten Daten.

Der Co-Design Prozess brachte uns wertvolle Ergebnisse bezüglich der bevorzugten App-Funktionen (Energieverbrauchsfeedback, eigene Sparziele, Pinnwand), lieferte uns aber zu wenig Erkenntnisse, wie man Personen ansprechen und motivieren kann, welche wenigerInteresse am Thema Energiesparen haben. Die finale App-Version sprach zwar eine Vielzahl von unterschiedlichen Menschen an, erreichte aber nicht speziell diejenigen, die nicht intrinsisch motiviert waren, Energie zu sparen.

In den Umfragen haben wir einerseits energierelevante Aktivitäten im Haushalt erforscht und konnten feststellen, dass der Ofen, der Tumbler, und die Abwaschmaschine signifikant weniger häufig genutzt wurde, der Fernseher und der Computer weniger lang im Einsatz standen (diese Resultate beziehen sich auf die ganze Gruppe der teilnehmenden Haushalte Außerdem wurde der Thermostat auf eine niedrigere Temperatur eingestellt.

Die Analysen zur App-Nutzung zeigten eine sehr unterschiedliche Nutzungsintensität über die verschiedenen Teilnehmenden. Generell kann jedoch gesagt werden, dass die Nutzungshäufigkeit mit der Zeit zwar abnahm, sich aber auf einem gewissen Level halten konnte. Nur eine Minderheit der Teilnehmenden tauschte sich auf der Pinnwand aus und half sich bei technischen Problemen weiter. Gesamthaft wurden 193 Pinnwand-Nachrichten geschrieben, davon beschrieben 78 eine Erfahrung während einer Energiespar-Challenge der App. Die meistgenutzten Funktionen waren Die Beobachtung des eigenen Energieverbrauchs und das Setzen eines neuen Sparziels.

Der Vergleich der Energieverbräuche der teilnehmenden Haushalte mit einer Kontrollgruppe wurden einerseits für die kurzfristige ()) und die langfristige Wirkung (Januar-Dezember 2022) erstellt. Dabei ergaben sich beide Male signifikante Einsparungen von bis zu 11% (kurzfristig), respektive ungefähr 5% (langfristig).

Aus den Umfragen, den zahlreichen persönlichen Inputs via Mail oder an den online-Treffen, sowie den Interviews mit unseren Partnern in den drei Energieversorgungsunternehmen haben wir folgende Schlüsse gezogen:

  • Feedback zum eigenen Energieverbrauch ist gewünscht, soll möglichst detailliert sein und vor allem auch einen Langzeit-Vergleich des eigenen Verbrauchs ermöglichen.
  • Langfristige Verhaltensänderungen, die darauf abzielen weniger Energie zu verbrauchen sind nur über eine App schwierig zu adressieren.
  • Die Smart-Meter Daten, die bald für sämtliche Haushalte vorliegen, sollen sowohl für die Haushalte, wie auch für die Energieversorgungsunternehmen nutzbar gemacht werden, dies könnte über eine App wie Social Power Plus erreicht werden.